Realisierte Netzerweiterungen
Linie 15/25 - Osttangente: Ostfriedhof - Franziskanerstraße - Rosenheimer Platz - Steinstraße - Max-Weber-Platz
Mit dem Neubau der am 21.04.1968 stillgelegten Strecke wurde die Direktverbindung von Giesing nach Haidhausen wiederhergestellt. Die stark überlastete Buslinie 51 wurde damit ersetzt. Ein dicht besiedeltes Wohngebiet, das "Kulturzentrum Am Gasteig" und das "City-Hilton"-Hotel wurden damit attraktiv an den Öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Als Nebeneffekt entstand eine sehr wichtige Netzverknüpfung für Betriebs- und Umleitungsfahrten. Die Linien 15, 25 und 27 müssen nicht mehr den weiten Weg über die Innenstadt zum ein- und ausrücken nehmen. Die neue Strecke wurde am 08.11.1997 dem Betrieb übergeben.
Ursprünglicher Plan der Wendeschleife Pasing
Zum Streckenplan "Osttangente"







Bau der Osttangente in der Steinstraße am 10.08.1997.
Osttangente Steinstraße 10.08.1997,
© Foto: Richard Feichtenschlager
Linie 16/18 - Cosima-Express: Effnerplatz - Arabellapark - Cosimabad - Cosimastraße - St.Emmeram
Mit dieser Strecke wird das Stadtteilzentrum Arabellapark aufgewertet werden, indem der Cosimapark sowie der geplanten Neubaugebiete an der Cosimastraße und das Stadtteilzentrum Oberföhring mit Schwabing und - bei Realisierung der Nordtangente - auch Neuhausen verbunden. Die Endstation ist nahe am Unterföhringer Gewerbegebiet. Die Trasse wurde bereits in den 1960-Jahren frei gehalten. Damit haben die Trambahnlinien 16 (ursprünglich war die Linie 17 vorgesehen) und 18 (später auch die Linie 22  durch den Englischen Garten) im Osten Münchens einen direkten Anschluß an die U-Bahn-Linie 4. Seit die Strecke Effnerplatz - Cosimapark am 01.06.1980 für den U-Bahn-Bau vorübergehend eingestellt wurde, aber nicht wie vorgesehen danach wieder in Betrieb ging, endete die Tram unweit vor dem U-Bahnhof Arabellapark. Für die Trasse lag bereits eine Streckengenehmigung vor. Bereits 1993 zum Cosimapark und 1994 bis St. Emmeram beantragte die Stadt die Planfeststellung bei der Regierung von Oberbayern. Eine kleine Bürgerinitiative von Anwohnern konnte mit Einsprüchen das Projekt verzögern. Schließlich wurde die Verlängerung nach St.-Emmeram aus finanziellen Gründen Ende der 90er Jahre zurückgestellt. Diese Neubaustrecke steht auch in direktem Zusammenhang mit der Nordtangente (siehe unter geplante Netzerweiterungen), deren Bau vorerst gescheitert ist.

Die MVG nahm 2008 die Straßenbahnstrecke nach St. Emmeram wieder in Angriff. Die Trasse ist Bestandteil der Integrierten ÖPNV-Planung von 1991 und damit von Anfang an Bestandteil des Nahverkehrsplans der Landeshauptstadt München. 2004 wurden die Planungen wieder aufgenommen. Dies machte Sinn, da die städtebauliche Entwicklung der Stadtteile Bogenhausen und Oberföhring eine attraktive ÖPNV-Anbindung erforderte. Wegen der hohen bzw. steigenden Einwohner-, Arbeitsplatz- und Verkehrsdichte war eine für das Fahrgastaufkommen optimal dimensioniert Erschließung dringend notwendig. Das vorherige Bus-Angebot musste bereits mehrmals verstärkt werden. Die Tram dagegen ist auf ein zusätzliches Potential von insgesamt ca. 5.000 Einwohnern und etwa 900 Arbeitsplätzen ausgerichtet worden.

Die 4,3 km lange Neubaustrecke nach St. Emmeram beginnt am früheren Endpunkt Effnerplatz und erweitert Münchens Tramnetz im nordöstlichen Stadtbezirk Bogenhausen. Die Kosten für die Neubaustrecke betrugen rund 43 Millionen Euro. Dazu kamen drei neue Variobahnen (siehe Typ S1.4). Der mittlere Haltestellenabstand im Neubauabschnitt beträgt ca. 460 Meter. Die Fahrzeit der neuen Tram zwischen St. Emmeram und Effnerplatz beträgt 12 Minuten. Vom Effnerplatz können Fahrgäste ohne Umsteigen in weiteren rund 12 Minuten bis zum Isartor und weiter in die Innenstadt fahren. Die neue Tram ist aber auch zugleich leistungsstarker Zubringer zum U-Bahnhof Arabellapark. Gefahren wird im 10-Minuten-Takt, wobei mit etwa 14.300 Fahrgästen pro Tag gerechnet wird. Die Neubaustrecke nach St. Emmeram wird von der Tramlinie 16 bedient. Die Linie 18 endet weiterhin am Effnerplatz und stellt an Schultagen im Berufsverkehr mit der Linie 16 einen 5-Minuten-Takt her.

Blickfang ist am Effnerplatz die Durchfahrt unter dem 52 Meter hohen Kunstwerk „Mae West“. Die Trasse führt weiter durch die Englschalkinger Straße und Cosimastraße zur Wendeschleife St. Emmeram in Oberföhring. Neun Haltestellen git es: Arabellastraße, Arabellapark/Klinikum Bogenhausen, Cosimabad (geplant als Cosimapark), Schlösselgarten (geplant als Evastraße), Prinz-Eugen-Park (geplant als Pionierschule), Taimerhofstraße (geplant als Salzsenderweg), Regina-Ullmann-Straße, Fritz-Meyer-Weg und St. Emmeram. Ein barrierefreier Ein- und Ausstieg, Wartehallen mit Sitzgelegenheiten sowie an fünf Haltestellen eine visuelle Fahrgastinformation ist vorhanden.

Die Trambahn fährt über die gesamte Länge auf einem Rasengleis im Mittelteiler der Straßen. In Kreuzungsbereichen sorgen Vorrangschaltungen und moderne Signaltechniken dafür, dass die Straßenbahn beschleunigt passieren kann. Die schall- und erschütterungstechnisch gedämmte Bauweise der Neubaustrecke entsprach dem neuesten Stand der Technik. Damit die Tram sich gut in das Stadtbild einfügt, legten SWM/MVG viel Wert auf eine durchdachte und anspruchsvolle Gestaltung. Insgesamt wichen dem Neubauvorhaben etwa 175 Bäume, die durch die Neupflanzung von rund 250 Bäumen ersetzt wurden. Auch die Haltestellen wurden damit begrünt. Eine erhebliche Verbesserung gab es beim Fahrleitungssystem. Erstmals wurde eine Seilgleiterfahrleitung ohne Tragseil samt Aufhängung errichtet . Die Masten sind zudem kleiner dimensioniert, so dass das System im Straßenraum optisch weniger präsent ist.

Im Juli 2008 fasste der Stadtrat den Trassierungsbeschluss. Damit beauftragt, reichten SWM/MVG am 04.09.2008 bei der Regierung von Oberbayern einen grundlegend aktualisierten Antrag auf Planfeststellung ein. Der Planfeststellungsbeschluss wurde der SWM am 28.09.2009 übergeben. Nach der Ausführungsplanung, Ausschreibung und Vergabe wurden erste Vorwegmaßnahmen wurden schon 2009 durchgeführt. Ab dem Frühjahr 2010 wurde dann die Strecke gebaut. Die feierliche Inbetriebnahme fand am 10.12.2011 statt.

Technische Daten
Streckenlänge: ca. 4,3 km
Fahrzeit: 10 Minuten vom Effnerplatz bis St. Emmeram
Takt: in der Regel alle 10 Minuten, an Schultagen im Berufsverkehr alle 5-Minuten

Ursprünglicher Plan der Wendeschleife Pasing
Streckenplan "St. Emmeram"
Arabellastraße
Arabellapark/Klinikum Bogenhausen
Cosimabad
Schlösselgarten
Prinz-Eugen-Park
Taimerhofstraße
Regina-Ullmann-Straße
Fritz-Meyer-Weg
St. Emmeram

Fotogalerie: Trasse und Eröffnung St. Emmeram
Simulation (MVG): Die Trasse am Fritz-Meyer-Weg. Simulation (MVG): Die Tram durchfährt
Simulation (MVG): Die Trasse am Fritz-Meyer-Weg. Simulation (MVG): Die Tram durchfährt "Mae West".
Linie 17: Hauptbahnhof - Arnulfstraße - Romanplatz (- Amalienburgstraße)
Mit diesem Projekt wurde die am 29.05.1983 stillgelegte Linie 17 Silberhornstraße - Baldeplatz - Goetheplatz - Paul-Heyse-Unterführung - Arnulfstraße - Romanplatz zumindest im Nordabschnitt wieder aufgebaut. Zugleich erfolgte die am 06.03.1967 eingestellte und später abgebaute Anbindung über den Starnberger Bahnhof zum Hauptbahnhof neu.

Neben dem Bayrischer Rundfunk, dem Circus Krone, dem Zentralen Omnibusbahnhof, mehreren Berufsschulen und einem Gymnasium, allen Finanzämtern, erhielten zwei Neubaugebiete, der stark besiedelte Süden von Neuhausen, das Paketpostamt, der Hirschgarten, der Wertstoffhof Neuhausen, das Stadtteilzentrum Romanplatz, das Schloß Nymphenburg, zwei Krankenhäuser in Nymphenburg sowie der Botanische Garten einen direkten Anschluss zur Innenstadt. Die Baukosten beliefen sich insgesamt auf rund 36 Millionen DM. Die Linie 17 ist seit 01.06.1996 in Betrieb und übertraf alle Fahrgastprognosen bei weitem. Hatte man ursprünglich mit 11.000 Fahrgästen pro Tag kalkuliert benutzen bereits am Anfang 14.000 Menschen die Tram 17. Dieser Erfolg macht deutlich, welche Fehlentscheidung mit der Stilllegung unter OB Kiesl (CSU) 1983 getroffen wurde. Die CSU scheint indes bis dato nicht von ihrer Antitram-Haltung abrücken zu wollen. Durch die weitreichende Erschließung stiegen die Passagierzahlen weiter, so dass am 13.09.1999 die Verstärkerlinie 16 zwischen Sendlinger Tor und Romanplatz eingerichtet wurde. Sie fährt von Montag bis Samstag. Mit der fortschreitenden Bebauung des Arnulfparks sowie der ehemaligen Bahnflächen zwischen Hauptbahnhof und Pasing und dem Bau des ZOB an der Hackerbrücke dürfte das Fahrgastaufkommen noch steigen. Dann werden wohl größere Züge notwendig.
Ursprünglicher Plan der Wendeschleife Pasing
Zum Streckenplan "Linie 17"








Der Zug M5 2668+m4 3453 am 01.06.1996 bei der Eröffnung der Linie 17 in der Arnulfstraße.
M5.65 2668+m4.65 3453 bei der Eröffnung der Linie17 in der Arnulfstr. am 01.06.1996,
© Foto: Richard Feichtenschlager
Linie 18 West: Lautensackstraße - Zschokkestraße - Westendstraße (- Gondrellplatz)
Damit erfolgte die Wiederherstellung der am 22.09.1979 geschlossenen Verbindung über Zschokkestraße/Hans-Thonauer-Straße zur Westendstraße mit Anbindung des Streckenastes zum Gondrellplatz. Der Abschnitt ist seit 23.05.1993 in Betrieb.
Linie 19: Pasing Marienplatz - Pasing Bahnhof
Im Zuge der Umgestaltung und Verkehrsberuhigung des Pasinger Akltstadtkerns war die Verlängerung zum Bahnhof bereits fest eingeplant. Damit gibt es endlich eine optimale Verbindung zwischen Bahn, S-Bahn und Trambahn. Die Regierung von Oberbayern hat 2008 die Streckengenehmigung für die Tramverlängerung erteilt. Die Verlängerung der Tramlinie 19 zum Bahnhof Pasing umfasst eine eingleisige Blockumfahrung über die Bäckerstraße, den Bahnhofsvorplatz und die Gleichmannstraße zurück zur Landsberger Straße. Die frührer Wendeschleife am Pasinger Marienplatz wurde abgebaut. Die Strecke ist 950 m lang. Die Kosten betrugen 15 Mio. Euro. Bei der Fahrleitung wurde das System der Tram-Neubaustrecke nach St. Emmeram übernommen. Es handelt sich um eine sogenannte Seilgleiterfahrleitung, die mit weniger Drähten und schlankeren Masten auskommt. Außerdem wurde die Straßenbeleuchtung mit den Fahrleitungsmasten kombiniert. Neu ist die Haltestelle Rathaus Pasing, welche die bisherige Haltestelle Pasing Marienplatz ablöst.
J1.30 Nr. 721 am 15.12.2013 in der Gleichmannstraße. © Foto: MVG
Die Haltestelle am Pasinger Bahnhof ist zweigleisig. Es wurde ein kurzes Überholgleis geschaffen, welches das Warten von Einsatzwagen oder das Überholen eines Zuges ermöglicht.

Gleichzeitig wurden zwischen Am Knie und Rathaus Pasing (Landsberger Straße) auf rund 650 Metern die Gleisanlagen für 4 mio. Euro erneuert. Dabei baute man Rasengleise, Seilgleiterfahrleitungen und die Stationen Offenbachstraße und Am Knie barrierefrei aus.

Anfang 2010 wurde das Planfeststellungsverfahren (Genehmigungsverfahren) durch die SWM eingeleitet. 2012 begann dann der Bau. Die Inbetriebnahme der Tramverlängerung erfolgte am 15.12.2013. Weitere Informationen unter: www.tram-pasing.de

Ursprünglicher Plan der Wendeschleife Pasing
Zur ursprünglichen Streckenplanung "Pasing"
Linie 23 - Kasernenlinie: Münchner Freiheit - Schwabing Nord
Der Erste Spatenstich erfolgte am 20. März 2008 in der Parkstadt Schwabing. Dort spielt sich zunächst auch das Baugeschehen ab. Ab Mitte des Jahres wurde dann in der Parzivalstraße gebaut. Erst danach folgte die Leopoldstraße. Die Strecke ist etwa drei km lang und bedient sieben Haltestellen. Gut 1700 m wurden, so weit möglich auch in der Leopoldstraße, als Rasengleis ausgeführt. Eine Besonderheit im Münchner Tramnetz ist sicherlich die 84-Meter-Tragseil-Brücke über den Mittleren Ring.
Die neue Linie 23 fährt von der Münchner Freiheit zum Parzivalplatz und von dort über eine S-Kurve zur Trasse eines ehemaligen Industriegleises, darauf  weiter zum Frankfurter Ring. An vier Haltestellen sind elektronische Fahrplan-Anzeigetafeln vorhanden. Die Fahrzeit beträgt acht Minuten. Begonnen wurde zunächst mit einem 10-Minuten-Takt, der bei entsprechenden Fahrgastzahlen verdichtet werden kann. Nach Abschluss der Bebauung der Parkstadt erwartet die MVG täglich rund 18.000 Fahrgäste. Im Einzugsbereich der Linie 23 leben immerhin rund 50.000 Menschen.
Als Anschluss zum übrigen Netz benötigt man zwischen Parzivalstraße und Scheidplatz ein Betriebsgleis. Hier liegt gegenüber dem Schwabinger Krankenhaus die Haltestelle Kölner Platz. Sie wird nur bei Ein- und Ausrückfahrten bedient. Sonst hält dort wie bisher der Bus.

Der Stadtrat hatte im Jahr 1997 die Erschließung der Parkstadt Schwabing mit einem leistungsfähigen Schienenverkehrsmittel beschlossen. Die Regierung von Oberbayern erteilte im Sommer 2006 die Baugenehmigung für die Trasse. Die Stadtwerke München wurde mit der Planung und Realisierung betraut. 2003 hat er die Planung bestätigt. Die Strecke ging am 12.12.2009 in Betrieb.

Technische Daten
Streckenlänge: ca. 4 km (incl. 1 km Betriebsgleis in der Parzivalstr.)
Fahrzeit: 8 Minuten von der Münchner Freiheit bis Frankfurter Ring
Takt: in der Regel alle 10 Minuten
Streckenplan Tram 23
Münchner-Freiheit - Schwabing Nord
Grafik: MVG
Münchner Freiheit
Potsdamer Straße
Parzivalplatz ---------- Kölner Platz (nur bei Ein- und Ausrückfahrten)
Schenkendorfstraße
Anni-Albers-Straße
Domagkstraße
Schwabing Nord

M/m4.65 2412+3407; Linie 23, Tragseilbrücke, 12.12.2009; © Foto: Richard Feichtenschlager
M4.65 2412 mit m4.65 3407 als Linie 23 auf der neuen Tragseilbrücke.
Linienverkehr in der Parzivalstraße
Nahezu elf Jahre nach Inbetriebnahme der Tramlinie 23 von der Münchner Freiheit zur Parkstadt Schwabing, haben die Stadtwerke einen weiteren Schritt zur Weiterentwicklung des Netzes im Münchner Norden gemacht.  Die bisherige Insellinie, ohne Verbindung zum übrigen Tramnetz – erhält im Fahrgastverkehr einen Anschluss an das Tramnetz. Die Verbindung vom Scheidplatz zum Parzivalplatz ist seit 23.11.2020 für den Linienverkehr zugelassen. Die bislang nur von Aus- und Einrückenden Straßenbahnen und bei Störungen genutzte Betriebsstrecke durch die Parzivalstraße kann nun von den Linien 12 und 28 genutzt werden. Als weitere Verknüpfung soll nach derzeitiger Planung die Trasse der Llinie 23 südlich der Münchner Freiheit entlang der Leopoldstraße bis zum U-Bahnhof Giselastraße verlängert werden und dort an die Tram-Nordtangente anschließen.

Bei der Planfeststellung der Zufahrtstrecke vom Scheidplatz auf die Linie 23 zum Parzivalplatz im Jahr 2006 erfolgte lediglich eine Zulassung für Ein- und Ausrückfahrten, sowie bei kurzfristigen Störungen. Selbst für planbaren Umleitungen wurden Einzelfallgenehmigungen benötigt. Im März 2020 reichten die SWM daher eine Änderung der bestehenden Planfeststellung auf Freigabe der Strecke für den Linienverkehr ein.
Linie 25 bzw. ab Juni 2018 Linie 22 - (Max-Weber-Platz -) Einsteinstraße - Steinhausen
Diese neue Tramstrecke reicht vom Max-Weber-Platz bis zum S-Bahnhof Berg am Laim und ist ca. 2,7 Kilometer lang. Die Tram Steinhausen befährt auf den ersten ca. 1,4 Kilometern vom Max-Weber-Platz zum Trambetriebshof die bestehenden Gleise in der Einsteinstraße; diese wurden davor nur zur Anfahrt des Betriebshofes sowie im Umleitungsfall genutzt. Zwischen dem Trambetriebshof in der Einsteinstraße und dem S-Bahnhof Berg am Laim (Hultschiner Straße) wurde eine ca. 1,3 Kilometer lange Neubaustrecke entlang der Truderinger Straße auf eigener Rasengleis-Trasse gebaut.

Die bestehenden Gleise zwischen Max-Weber-Platz und dem Betriebshof 2 werden weiterhin genutzt und nicht verändert. Die neue Tramtrasse schwenkt vor dem Vogelweideplatz auf die südliche Straßenseite der Einsteinstraße, von wo sie dann nach Südosten in die Truderinger Straße einbiegt und dann entlang des bestehenden Bahndamms bis zur Kreuzung mit der Hultschiner Straße verläuft. Im Zuge des Neubaus der Tramstrecke Steinhausen wurde im Bereich der Truderinger Straße eine Stützmauer zur Sicherung der Stabilität des dortigen Bahndammes errichtet. Östlich der Kreuzung Truderinger/Hultschiner Straße weitet sich die Tramtrasse auf und es wurde dort eine Wendeschleife errichtet. Von hier aus ist der S-Bahnhof Berg am Laim kreuzungsfrei und in wenigen Schritten zu Fuß erreichbar. Die Fahrzeit zwischen Max-Weber-Platz und S-Bahnhof Berg am Laim betträgt 8 Minuten. Folgende Haltestellen sind vorgesehen:
Max-Weber-Platz (Umsteigemöglichkeit zur U4/U5, Tram 15, 16, 19; StadtBus 148)
Flurstraße (StadtBus 148)
Grillparzerstraße (MetroBus 54, StadtBus 100)
Einsteinstraße (MetroBus 59)
Vogelweideplatz
Riedenburger Straße
Berg am Laim Bf. (S-Bahn-Linien S2, S4, S6; StadtBus 185, 187, 190/191)
Die beiden Haltestellen Grillparzerstraße und Einsteinstraße werden seit 1988 (Einstellung der Linie 27 zwischen Hauptbahnhof und Steinhausen) nur noch für Fahrten vom und zum Trambetriebshof sowie im Umleitungsfall genutzt. Diese werden nun wieder im regulären Linienbetrieb bedient. Die Haltestellen Flurstraße, Vogelweideplatz, Riedenburger Straße und Berg am Laim werden neu eingerichtet. Am Max-Weber-Platz ist ein neuer Bahnsteig gebaut worden. Alle Haltestellen sind barrierefreie erreichbar. Um Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit sicherzustellen, Fahrzeiten zu reduzieren und betriebsexterne Störungen durch den Autoverkehr zu minimieren, ist die Tram vom übrigen Verkehr getrennt auf einem Rasengleis geführt. Zusätzlich wurde eine Verbreiterung der Fahrbahn realisiert. In der Truderinger Straße sind beidseitig Radwege situiert worden.

Den ersten Meilenstein für das Neubauprojekt Tram Steinhausen legte der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München. Mit dem Beschluss wurde die Stadtwerke München beauftragt die Machbarkeit einer Straßenbahn nach Steinhausen zu prüfen und zu bewerten. Diese Machbarkeitsstudie konnte 2012 positiv abgeschlossen werden. Im Oktober 2012 beschloss der Stadtrat die Neubaustrecke nach Steinhausen in den Nahverkehrsplan aufzunehmen. Der Nahverkehrsplan enthält alle geplanten ÖPNV-Infrastrukturmaßnahmen der Stadt  München. Mit dem Stadtratsbeschluss vom 04.10.2012 wurde die Stadtwerke München GmbH gebeten, die Planung der Straßenbahntrasse zu erstellen.
2013 wurde daher die Planung der Trasse, der Haltestellen, der Straße und einer Stützmauer in der Truderinger Straße abgeschlossen. Zugleich wurden die verkehrstechnische Untersuchung, die schall- und erschütterungstechnischen Gutachten, der land-schaftspflegerische Begleitplan und die elektromagnetische Verträglichkeitsuntersuchung fertig gestellt.

Am 19.03.2014 wurde die Planung vom Stadtrat einstimmig beschlossen. Daraufhin beantragte die SWM das Planfeststellungsverfahren  für die Strecke. Am 12.12.2013 wurde bereits das Planungsfeststellungsverfahren für die Stützmauer, die zur Sicherung des Bahndamms in der Truderinger Straße notwendig ist, durch die DB beim Eisenbahnbundesamt eingereicht. Die Genehmigung dazu folgte am 15. Mai 2014.

In Steinhausen starteten Vorarbeiten für den Bau der Strecke am 16.02.2015. Bis Ende Februar wurden entlang der geplanten, ca. 1,3 Km langen, Trasse Bäume gefällt. Als Ausgleich für die 83 gefällten Bäume werden 96 Bäume entlang der Neubaustrecke gepflanzt.
Visualisierung Truderinger Straße ab 2016: Stützmauer sichert Böschung zwischen Tramschienen und S-Bahngleis (Quelle: SWM/MVG)
Visualisierung der Truderinger Straße 2016: Die neue Stützmauer sichert die Böschung zwischen Tramschienen und S-Bahngleis (Quelle: SWM/MVG)
Am 10.04.2015 meldete die MVG, dass sich das Planfeststellungsverfahren wegen personeller Engpässe bei der Genehigungsbehörde, der Regierung von Oberbayern (ROB), verzögerte. Mit der Hauptbaumaßnahme zwischen Max-Weber-Platz und S-Bahnhof Berg am Laim konnte nicht wie von den SWM geplant im April 2015 begonnen werden. Die MVG hatte eine Inbetriebnahme der neuen Strecke mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 angestrebt. Im Verfahren gab es dann nur sehr wenige und leicht lösbare Einwendungen, die bereits Ende 2014 im Erörterungstermin bzw. Anfang 2015 von den SWM beantwortet werden konnten. Auch konnten bis Mitte März 2015 alle notwendigen Klärungen zu eisenbahnrechtlichen Fragen mit dem Eisenbahnbundesamt und der DB AG abgeschlossen werden. Ebenso hat die ROB den SWM bereits am 25. März 2015 die sog. Streckengenehmigung für „Bau, Betrieb und Linienführung“ als erste Voraussetzung für Bau und Betrieb ausgestellt.

Am 25.09.2015 wurde der Planfeststellungsbeschluss den SWM als Bauherrin der neuen Straßenbahnlinie ausgehändigt. Die Tram Steinhausen konnte nun endlich realisiert werden. Bevor die ersten Bagger anrollten, warteten SWM/MVG nun noch den so genannten Zuwendungsbescheid ab, mit dem die Förderung des Neubauvorhabens geregelt wurde. Dieser wurde ebenfalls von der ROB ausgestellt. Erst nach dessen Vorlage wurden die ersten Firmen mit Bauleistungen beauftragt, die dann im November 2015 werden begannen. Geplant wurden zunächst vor allem Erdarbeiten im Bereich der Truderinger Straße. Ferner sollten erste Fahrleitungsfundamente gesetzt und Leitungsverlegungen durchgeführt werden. Gleisbauarbeiten wurden ab März 2016 geplant.
Am 26.02.2016 erfolgte dann endlich der Spatenstich für die Tram Steinhausen. Die neue Verbindung vom U-Bahnhof Max-Weber-Platz zum S-Bahnhof Berg am Laim ist 2,7 Kilometer lang und wird künftig von der verlängerten Linie 25 (Grünwald – Max-Weber-Platz – Berg am Laim Bf.) bedient. Auf dem Gelände der künftigen Wendeschleife zwischen dem S-Bahnhof Berg am Laim und dem Hochhaus der Süddeutschen Zeitung an der Hultschiner Straße erfolgte der Spatenstich. Oberbürgermeister Dieter Reiter, Stefan Hilscher, Geschäftsführer des Süddeutschen Verlags, und Herbert König, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung und SWM Geschäftsführer Verkehr, griffen beherzt zur Schaufel.

Das Straßenbahnnetz erreichte mit der Fertigstellung dieser Netzerweiterung eine Ausdehnung von ca. 82 Kilometern. Die Zahl der Tram-Haltestellen stieg von 166 auf 172. Die Investitionskosten lagen bei rund 18 Millionen Euro. Der Freistaat Bayern förderte das Neubauprojekt aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG).
Spatenstich in Steinhausen 26.02.2016: OB Dieter Reiter, Stefan Hilscher (SV) und Herbert König (MVG); © MVG
Spatenstich in Steinhausen am 26.02.2016: Oberbürgermeister Dieter Reiter, Stefan Hilscher (Süddeutscher Verlag) und Herbert König (MVG); © MVG
Städtebauliche Entwicklung ausschlaggebend
Ausgangspunkt für den Ausbau war es, die Geschäfts- und Gewerbestandorte zwischen Vogelweideplatz und Zamdorf (v.a. „Bogenhausener Tor“, Gewerbegebiet Steinhausen, Süddeutscher Verlag) hochwertig, leistungsstark sowie wirtschaftlich an den bestehenden ÖPNV anzubinden und möglichst gut zu vernetzen. Dies war mit einer Tram am besten möglich, die neben den städtischen Entwicklungsgebieten auch die zahlreichen Wohnorte und Arbeitsplätze entlang der Einsteinstraße erschließt und am Bahnhof Berg am Laim kreuzungsfrei mit der S-Bahn verbunden ist. Die Prognosen der Gutachter ließen nach Fertigstellung der Bebauung knapp 7.000 Fahrgäste pro Werktag am stärksten Querschnitt erwarten. Im Einzugsbereich der neuen Tramhaltestellen wohnten etwa 16.000 Münchnerinnen und Münchner, die mit der Straßenbahn eine attraktive Anbindung an das Schienennetz mit direktem Anschluss zur U- und S-Bahn erhielten. Im Busnetz wurde durch die neuen Linienführungen auch das neue Wohngebiet Baumkirchen-Mitte (südlich des S-Bahnhofs Berg am Laim) besser angebunden und eine neue Verbindung von Berg am Laim zum Michaelibad (U5) geschaffen.

   Oberbürgermeister Dieter Reiter betonte in seiner Rede, der Münchner Osten bekommt ein neues Highlight auf Schienen. Die Tram Steinhausen mache die attraktiven Büro-, Hotel- und Gewerbestandorte mit ihren vielen neuen Arbeitsplätzen noch attraktiver, stärkt den ÖPNV und damit den Klimaschutz. Für die Stadtbezirke Au-Haidhausen, Bogenhausen und Berg am Laim, sei die Tram Steinhausen ein echter Standortvorteil.
   Stefan Hilscher bezeichnete den Süddeutsche Verlag als Geburtshelfer der neuen Tram. "Schließlich wird die neue Wendeschleife auf einem ehemaligen SV-Grundstück gebaut. Unsere Mannschaft wird sicher zu den fleißigsten Fahrgästen der neuen Straßenbahn zählen.“
   MVG-Chef Herbert König versicherte, die MVG wird ihr Möglichstes tun, um die Neubaustrecke noch heuer zu eröffnen.

Alle Haltestellen bekamen ein Blindenleitsystem (Rippenplatten), eine Wartehalle mit Sitzgelegenheiten, Abfalleimer, Lautsprecher und DFI-Anzeiger. Fahrkarten-Automaten gibt es außer an der Flurstraße an allen übrigen Haltestellen. Fahrradständer zum Umstieg zwischen Tram und Rad stehen an den Haltestellen Vogelweideplatz, Riedenburger Straße und Berg am Laim (überdacht).

Die neue Tramtrasse wurde gestalterisch in den angrenzenden Stadt- und Straßenraum eingebunden und begrünt. Die Züge fahren auf der gesamten Strecke auf einem eigenen Gleiskörper, also unabhängig vom Individualverkehr – und durchgängig auf Rasengleis. In der östlichen Truderinger Straße, an der Hultschiner Straße sowie im Bereich der Wendeschleife sind auch breitere Randzonen mit extensiven Blumenwiesen begrünt. In der Truderinger Straße wurden bis zur Kreuzung mit der Riedenburger Straße begleitend zur Tramlinie durchgehende Baumreihen gepflanzt. Wie bereits nach St. Emmeram und in Pasing realisierten SWM/MVG ein schlankes Fahrleitungssystem, das besonders stadtbildverträglich erscheint. Es handelt sich dabei um eine so genannte Seilgleiterfahrleitung, die ohne ein zusätzliches Tragseil auskommt.

Gleisbauarbeiten ab Anfang April 2016:
Bereits im Jahr 2014 wurde an der Truderinger Straße eine ca. 200 Meter lange Stützmauer errichtet. Sie dient zur Absicherung der bestehenden Böschung zum benachbarten DB-Gelände, so dass daneben die Tramtrasse entstehen kann. Die weiteren Bauarbeiten begannen nach dem offiziellen Spatenstich mit Sparten- und Erdarbeiten zur weiteren Freimachung der einzelnen Baufelder für den Gleisbau, der Anfang April begannen. Außerdem wurden bereits erste Fahrleitungsfundamente gesetzt. In den Sommerferien wurde die Neubaustrecke dann an den Betriebshof angeschlossen. Hierfür war eine Sperrung der Einsteinstraße in stadtauswärtiger Richtung zwischen Leuchtenbergring und Vogelweideplatz nötig. Ferner wurden zu diesem Zeitpunkt auch die neuen Haltestellen am Max-Weber-Platz (zusätzlicher Bahnsteig) und an der Flurstraße gebaut.

Tram Steinhausen in Zahlen:
   6 neue Haltestellen sorgen für kurze Wege von und zur Tram
   76 Fahrleitungsmasten wurden für die Neubaustrecke aufgestellt
   92 Bäume begrünen die Haltestellen und das Umfeld der Strecke
   2.000 Meter Rasengleis (Einzelgleis Neubaustrecke)
   2.700 Meter Gleise umfasst die Neubautrasse insgesamt (Einzelgleis)
   20.000 Kubikmeter Erdmassen wurden bewegt
Eröffnung der Strecke
Am Samstag, den 10. Dezember 2016 war es dann endlich soweit. Die Neubaustrecke der Linie 25 zum S-Bahnhof Berg am Laim wurde mit einem feierlichen Festakt eingeweiht. Nach den Eröffnungsansprachen und der ersten Fahrt auf der Strecke veranstaltete die MVG im Betriebshof 2 einen Tag der offenen Tür und setzte Pendelzüge zwischen Max-Weber-Platz und Berg am Laim ein.

Zahlreiche Münchnerinnen und Münchner, natürlich hauptsächlich Bürger der anliegenden Stadtteile, nutzten bei bestem Wetter die Gelegenheit für eine Fahrt auf der neuen Trasse oder einen Spaziergang die Stecke entlang.
R2.2 Nr. 2132 ist der 1. 0ffizielle Zug vom Vogelweideplatz nach Berg am Laim Bf., 10.12.2016; © Richard Feichtenschlager
Link zu den Fotos vom Eröffnungstag
Die MVG veranstaltete im Vergleich zu früheren Streckeneröffnungen eine allzu nüchternes Begleitprogramm. So waren beispielsweise die Eröffnungszüge gar nicht geschmückt geschmückt oder beschildert. Das war bis zur Eröffnung der Linie 23 in Schwabing 2009 noch übliche Tradition. Anders als noch 2011 bei der neuen Strecke nach St. Emmeram sparte sich die MVG auch den Einsatz von Museumsfahrzeugen auf der neuen Strecke.
An den vielen Ständen von Vereinen und Fahrgastverbänden war dagegen immer  dichter Besucherandrang. Wegen der gesalzenen Preise wenig frequentiert war das Angebot an Speisen und Getränke. Noch nicht ange zurück gab es Freibier und Brezen. Zumindest die Parade moderner Fahrzeugtypen und der historische  D/f-Zug 490/1401 konnten besichtigt werden. Allerdings waren sie hinter Ständen und Containern verdeckt.
Postiv schienen dagegen die angebotenen Führungen in kleinen Gruppen im Viertelstundentakt durch die Werkstatt des Betriebshofs gewesen zu sein. Dabei wurden sowohl die technischen Anlagen als auch auch die Fahrzeuge vorgestellt. Zugleich wurden auch Führungen durch die Tram-Fahrschule angeboten. Insgesamt war das freudige Ereignis diesbezüglich dennoch eine weitgehende Enttäuschung.
Wechsel von der 25er zu 22er mit Innenstadt-Direktverbindung
Seit Betriebsaufnahme wurde die Anbindung von Zamdorf und Steinhausen kritisiert, da eine direkte umsteigefreie Verbindung  zur Innenstadt fehlt. Das Bus-Anschlusskonzept wurde auch schon vor der Inbetriebnahme der Neubaustrecke heftig diskutiert. Daher wurden im Frühjahr 2017 Stadtpolitik und Planer der MVG aktiv. Die frohe Botschaft gab zuerst die SPD-Fraktion imBezirksausschuss Bogenhausen am 17.07.2017 bekannt: ab Fahrplanwechsel im Dezember 2017 sollte Steihausen direkt mit der Innenstadt verbunden werden. Im konkretisierten, dem Stadtrat und den Bezirksausshüssen vorgelegten, Leistungsprogramm 2018 plante die MVG nun, statt der Linie 25 ab Fahrplanwechsel die Linie 22 von Bahnhof Berg am Laim (Bf.) zu fahren. Die dann aufgewertete Ganztagslinie 22 soll über die Maximilianstraße, Theatinerstraße, Karlsplatz und Hauptbahnhof bis in die Dachauer Straße zur Lothstraße geführt werden. Zwischen Max-Weber-Platz und Hauptbahnhof schafft die Linie 22 zusammen mit der Linie 19 einen 5-Minuten-Takt. Auch im Busnetz sollen Verbesserungen umgesetzt werden. Die Linie 25 wird im Gegenzug wieder auf den Max-Weber-Platz zurückgezogen. Tatsächlich beschloss der Münchner Stadtrat am 26.07.2017 diese angekündigten Leistungsverbesserungen.
Der ursprünglich vorgesehene Start verzögert sich aber wegen fehlender Fahrzeuge. Sobald die zwei zusätzlich notwendigen Wagen zur Verfügung stehen (nach erfolgter Zulassung der neuen T4.7-Wagen), soll nach derzeitiger Planung der MVG im Sommer 2018  die Linie 22 deutlich aufgewertet und über den Max-Weber-Platz nach Berg am Laim geführt werden. Das führt nicht nur zu einer Attraktivierung der Neubaustrecke, sondern auch zu einer deutlichen Verbesserung auf der Tramstrecke in der Maximilianstraße. Der lang gewünschte Fünf-Minuten-Takt wird hier sicher neue Fahrgäste gewinnen können. Ob man auch am Wochenende die Linie 22 zur Hochschule führt, ist übrigens laut MVG auf Anfrage noch nicht klar. Vielleicht endet der 22er auch schon am Hauptbahnhof.
Beschleunigung der Straßenbahn:
Alle Neubaustrecken werden wo möglich als sogenanntes "Rasengleis" gebaut. Auf Abschnitten mit besonderem Bahnkörper wird der Gleiszwischenraum mit besonderem Rasen begrünt. Dies trägt erheblich zur Verminderung der Bodenversiegelung und zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Ferner wird der ohnehin schon sehr niedrige Geräuschpegel der R-Wagen dadurch weiter gesenkt. Zudem ist ein Rasen ein schönerer Anblick als die öde Teerfläche einer Straße.
Selbstverständlich werden alle Strecken wie das Bestandsnetz beschleunigt. Sie bekommen moderne Ampelanlagen, die der Trambahn an fast allen Kreuzungen die Vorfahrt sichern. Dadurch wird die Strassenbahn zuverlässig und pünktlich. Die Umsetzung der ersten Beschleunigung auf der Linie 20 (Moosach - Effnerplatz) fiel leider in den Oberbürgermeister-Wahlkampf 1993. Ein Kandidat versuchte, die begleitenden Baumaßnahmen in der Dachauer Straße als vorsätzliche Schikane zu Lasten der Autofahrer darzustellen. Dabei hat durch diese Baumaßnahmen auch die Strasse gewonnen. Der behindernde Abbiegeverkehr erhielt eigene, ampelgesichterte Spuren, die Gehwegnasen und verbreiterten Haltestelleninseln verkürzen die Querungszeit der Fußgänger und somit die Rotphasen für die Autofahrer. Der scheinbare Verlust an Strassenfläche ist damit mehr als wettgemacht. Außerdem sind alle Ampelanlagen nun verkehrsmengenabhängig gesteuert und sorgen somit für optimalen Fahrzeugdurchsatz.
Die Erfahrungen sind positiv. Die kürzeren Fahrzeiten werden zuverlässig eingehalten. Insgesamt konnten bei gleichem Angebot fünf Züge eingespart werden. Durch die damit eingesparten Kosten werden die Investitionen innerhalb weniger Jahre amortisiert. Inzwischen ist das gesamte Netz umgebaut.


Update 04.01.20121