o-Beiwagen
Pferdebahnsommerwagen 273 im Bhf. 2 in Steinhausen (27.10.2001),
 Foto: Richard Feichtenschlager Am 21.10.1876 wurde der Betrieb von der "Münchner Tramway Ed. Otlet" eröffnet. Schon kurz darauf wurden auch offene Beiwagen für die Pferdebahn beschafft. Sie waren seitlich vollkommen offen und hatten keine Zwischenwände. Die Fahrzeuge wurden am 25.02.1878 von der Firma Otlet an die "Société Anonyme des Tramways de Munich" übergeben. Nach Gründung der Münchner Trambahn-Aktiengesellschaft am 01.08.1882 wurden die Aufträge für neue Wagen an deutsche Firmen vergeben. 1887 wurde der Versuch unternommen eine den Münchner Stadtfarben entsprechende neue Lackierung in schwefelgelb und schwarz einzuführen. Dies scheiterte am lautstarken Protest der Münchner.
Mit der Zeit wurden etliche Verbesserungen vorgenommen: Die Gummizylinder zur Federung der Wagen wurden schnell hart und daher 1885/86 durch Spiralfedern ersetzt. 1885 bis 1888 tauschte man die Polstersitze gegen  
Pferdebahnsommerwagen 273 im Betriebshof 2
amerikanische Holzsitze. Die Polster erwiesen sich als unhygienisch und unpraktisch. Um Unfälle durch vereiste Trittbretter zu verringern, verwendete man ab 1893 gerippte und gelochte Bleche. 1894 erhielten die Beiwagen gestreifte Wetterschutzvorhänge. Der Umbau für den elektrischen Betrieb beschränkte sich auf den Anbau von Kupplungen. Er begann 1896 und endete 1904. Beim viel schnelleren elektr. Betrieb war die Benutzung der seitlichen Laufbretter zu gefährlich geworden, weshalb man sie 1902-1904 entfernte. Gleichzeitig wurde in der Mitte ein Längsgang eingebaut, wodurch sich die Zahl der Sitzplätze von 20 auf 15 reduzierte. Erst mit der Beschaffung der e- und f-Beiwagen zwischen 1925 und 1930 konnten die inzwischen völlig veralteten ehemaligen Pferdebahnwagen ausgemustert werden.

1958 wurde ein Perdebahnsommerwagen im Festzug "800 Jahre München Verkehr" eingesetzt. Das Fahrgestell von MAN stammt vom offenen Sandwagen A 162 in Nürnberg. Der Aufbau ist vom ehemaligen Pferdebahnsommerwagen 94 in Nürnberg (Baujahr 1891) und wurde bis 1920 als solcher verwendet. Danach baute man ihn zum offenen Sandwagen A 49 um und verwendete ihn bis 1947. 1951 erhielten die Verkehrsbetriebe beide Teile im Tausch gegen Transportwagen 2501. Daraus wurde 1951 ein Münchner Sommerwagen rekonstruiert, wobei der Aufbau neu gebaut wurde. Das Fahrzeug erhielt die Nr. 2935 und dann 1958, in Anlehnung an die Jahreszahl, die Nummer 58. Es ist 5,38 m lang und hat 24 Sitz- und 10 Stehplätze. 1973 wurde es als Wagen 273 hergerichtet und war bei der 100-Jahr-Feier der Straßenbahn 1976 ebenso im Einsatz, wie 2001 bei der 125-Jahr-Feier. Vom 04.07.1973 bis 09.12.1974 war der Sommerwagen im Deutschen Museum in München. Heute gehört er zu den Fahrzeugen für ein Münchner Trambahnmuseum.


Beiwagen o1.41 Beiwagen o2.41 Beiwagen o3.41
Nummer bis 1910
etwa Nr. 203-339
Nummer 1910 - ca. 1926 903, 905-911, 914-916, 918 912, 913, 920-924, 926-944 901, 902, 904, 917, 919, 925, 945-1026, 1032-1034 = ab 1924: 1027-1029
Nummer ab ca. 1926 1906 1922, 1926 1901, 1902, 1904, 1919, 1945, 1949-1955, 1959-1962, 1966-1969, 1972-78, 1984, 1985, 1987-1993, 1996, 1999, 11000, 11002, 11004, 11005, 11009, 11011, 11012, 11018, 11019, 11021-11029
Fahrzeugart
Zweiachsige offene Beiwagen (ehemalige Pferdebahnsommerwagen)
Anzahl (1909) 12 26 91
Baujahr
1876-1895
Länge
5,23 m
5,25 m
Hersteller
bis 1882 (16 Wagen) Henry Plas, Curegham bei Brüssel; ab 1882 deutsche Firmen, meist Rathgeber, München
Fahrgestell
Städtische Straßenbahn
Kapazität
20 Sitz- und 14 Stehplätze, ab 1902-1904 15 Sitz- und 18 Stehplätze
Ausmusterung
1911, 1913/14, 1916, 1920, 1926/27
1911, 1913/14, 1916, 1920, 1926/27, 1930/31
Bemerkungen Ursprünglich 137 Bw., von denen 1904/05 7 Stück zu Arb.-Bw 21-23, 26, 27, 30 u. ? umgebaut wurden. 130 Bw. wurden im elektrischen Betrieb verwendet. 1 Wagen wurde 1909 augemustert. Die Typen o1-3.41 unterschieden sich nur in den Aufbauten geringfügig; etwa 1926 Umnummerierung der restl. Wagen durch Vorsetzen einer Eins
1913 Verwendung von Teilen aus 10 o1.41-/o2.41-Bw zum Neubau der d1.45 Beiwagen Nr. 891-900


Update 04.01.2005