Gastfahrzeuge in München
N-Gelenktriebwagen Nr. 363 und 365 aus Nürnberg:

folgt in Kürze

Ulf Nr. 15 aus Wien:

Vom 01.10.2001 bis 02.11.2001 war Ulf (Ultra-low-floor, zu deutsch: extrem-niederflurig) Nr. 15 auf der Linie 21 vom Karlsplatz (Stachus) zum Westfriedhof unterwegs. Der Ulf fuhr täglich von 8.00 bis 16.00 Uhr. Der zunächst bis 26.10.2001 vorgesehene Einsatz wurde um eine Woche verlängert, um den Münchnerinnen und Münchnern einen direkten Vergleich mit dem Combino zu ermöglichen.

Im Jahr 1989 entschieden sich die Wiener Verkehrsbetriebe ein neues Niederflurwagen zu entwickeln. Es sollte im Inneren absolut eben sein, also keine Podeste, Stufen oder Rampen haben. Beauftragt wurde SGP (Simmering-Graz-Pauker) in Wien, inzwischen ein Tochterunternehmen der Siemens AG. Diese konzipierte zusammen mit Elin und Siemens eine Niederflurstraßenbahn ULF (ultra low floor) 197. Er wird in Modulbauweise hergestellt. Das Design der Wagen wurde von der Firma Porsche Design ( Zell am See) entworfen.


Ulf Nr. 15 Olympiaschleife 10.2001 (Foto: Urheber will anonym bleiben, ist dem Webautor aber bekannt!)
Ulf Nr.15 im Oktober 2001 in der Olympiaschleife
Ulf Nr.15 auf der Linie 21 am Lenbachplatz (13.19. 2001); Bild: Richard Feichtenschlager Von den insgesamt acht Rädern sind sechs mit je einem 60 kW starken Motor ausgestattet, wodurch eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h ermöglicht wird. Bei Ulf wurde auf Achsen verzichtet. Elektronisch werden beide Räder bei einem Tempo unter 18 km/h auf ein gleiches Drehmoment gebracht, bei höherer Geschwindigkeit wirkt eine Sinustaktsteuerung.

Die Einstiegshöhe von nur 19,7 cm über dem Straßenniveau wurde durch eine besondere, aber auch aufwändige Technik möglich: Der Antrieb des Fahrzeuges wurde anstatt unter dem Wagenboden, seitlich mit stehenden Motoren, in sog. Portalen zwischen den einzelnen Wagenteilen untergebracht. Diese, unter Technikern sehr umstrittene Konstruktion ist auch der Grund, weshalb sich der "Ulf" bisher nur in Wien etablieren konnte. Durch diese Technik wird allerdings die Abnutzung von Schiene und Rad reduziert und ein lautes Quietschen in Kurven
Ulf Nr.15 auf der Linie 21 am Lenbachplatz (13.19. 2001)

vermieden. Zudem bewirkt der geringere Fahrwiderstand auch einen niedrigeren Energieverbrauch, daneben wird auch die Bremsenergie zurückgespeist.

An Bug- und Heck, sowie vorne auf der Einstiegsseite sind LCD-Fahrzielanzeigen vorhanden, auf der andren Seite ist nur die Liniennummer sichtbar. Im Inneren können die nächste Haltestelle und die Endstation von LED-Haltestellenanzeigen abgelesen werden.

Der Fahrerstand wurde nach modernsten ergonomischen und funktionellen Erkenntnissen konstruiert, vom Fahrgastraum abgetrennt und klimatisiert.
Ulf Nr. 15 Westfriedhof 10.2001 (Foto: Urheber will anonym bleiben, ist dem Webautor aber bekannt!)
Für Wien wurden zwei Versionen geliefert:
   Der 24,21 Meter lange, aus fünf Modulen bestehende Typ A (Nrn. 1 ff.) hat eine Kapazität von 136 Personen.
   Der Typ B ist dagegen 35,5 m lang und besteht aus sieben Modulen. Die Fahrgastkapazität ist mit 209 Personen entsprechend größer. Sie wurden mit den Wagennummern 601 ff. versehen. Außerdem hat er acht statt sechs 60 kW-Motoren und mit sieben Türen zwei mehr.

Das Rollout des ersten Prototyps erfolgte am 18. Mai 1995. Die Lieferung  der Serienfahrzeuge begann im November 1997.

Die Stadtwerke betonten, dass Festlegungen oder auch nur Präferenzen für eine künftige neue Münchner Tram mit der Erprobung nicht verbunden sind. Das Fahrzeuge fuhr abschließend am 27.10.2001 im Korso anlässlich des 125. Geburtstags der Münchner Trambahn.
Ulf Nr. 15 und Combino Nr. 413 am Westfriedhof (Oktober 2001)



Nummer 15
Fahrzeugart Achsloser Gelenktriebwagen mit 8 Rädern
Heimatbetrieb: Wien
Baujahr 2001
Motoren/Leistung 6x60 kW
Geschwindigkeit: max. 70 km/h
Länge 24,21 m
Hersteller Simmering-Graz-Pauker-Werke, Wien
Elektrische Ausstattung Siemens AG
Kapazität 42 Sitz- und 94 Stehplätze
Einsatzzeit: 01.10.2001 bis 02.11.2001
Bemerkungen Typ A; Niederfluranteil 100 %


Combino Nr. 413 aus Potsdam:

Als weiteres Fahrzeug wurde zudem ein 5-teiliger Gelenkzug aus Potsdam mit der Bezeichnung "Combino" vom  29.10.2001 bis 09.11.2001 in München erprobt.

Nummer 413
Fahrzeugart Fünfteiliger Niederflur-Gelenk-Tw
Heimatbetrieb: Potsdam
Baujahr 1998
Motoren/Leistung 4x100 kW
Geschwindigkeit: max. 70 km/h
Länge 30,52 m
Hersteller DUEWAG AG, Düsseldorf
Elektrische Ausstattung Siemens AG
Kapazität 69 Sitz- und 107 Stehplätze
Einsatzzeit: 29.10.2001 bis 09.11.2001
Bemerkungen Niederfluranteil 100 %


Die Stadtwerke betonen, dass Festlegungen oder auch nur Präferenzen für eine künftige neue Münchner Tram mit der Erprobung nicht verbunden sind.

Update 25.11.2003