F-Triebwagen und f/h-Beiwagen
Anders als die Trambahnen der E-Serie wurden die F-Wagen allgemein begrüßt, weil sie nach Jahrzehnten endlich wieder die klassische weiß-blaue Farbgebung hatten und im Fahrgastraum die beliebten, jeweils gegenüberliegenden Querbänke mit Ablagetischen dazwischen installiert waren. Anstelle der sechs gleich große Seitenfenster bei den E-Wagen hatten die F-Wagen fünf in der Anordnung schmal-breit-breit-breit-schmal. Ansonsten glichen sie im wesentlichen dem Typ E. Allerdings waren die Fahrzeuge von Anfang an technisch veraltet, so blieb man bei Maximum-Drehgestellen, die den Gleisoberbau stark beanspruchen, obwohl andernorts bereits modernere Bauarten eingesetzt wurden. Den Einzelgänger Nr. 626 (Typ F1.9, später F1.8) baute die Münchner Firma Autokasten. Er unterschied sich in Einzelheiten etwas von den F2.10-Seriefahrzeugen, welche von der Hannoverschen Waggonfabrik hergestellt worden waren. Im Dritten Reich wurden zwei braune "Zierstreifen" (breit und schmal) unterhalb der Fenster angebracht. F2.10 649+f-Bw Linie 6 nach Thalkirchen, 
am Sendlinger Tor ca. 1930;
 Foto: Sammlung Richard Feichtenschlager
F2.10 Nr. 649 durchfährt mit zwei f-Beiwagen ca. 1930 auf der Linie 6 nach Thalkirchen das Sendlinger Tor
Ab 1943 begann der Umbau zu Ein-richtungsfahrzeugen um Teile für zerstörte Wagen zu gewinnen. Nach 1945 blieben lediglich 23 betriebsfähige F-Wagen übrig. Von zerstörten F/f-Wagen wurden Fahrgestelle, Motoren und Rahmen zum Aufbau von K-, h- und l-Wagen verwendet.


Beiwagen f2.54 Nr. 1401 im Betriebshof 2, Einsteinstrasse (27.10.2001),
 Foto: Richard Feichtenschlager
Beiwagen f1.54, Nr. 1347 [20.08.1965]
Foto: H. Braun, Gommersdorf (Baden)
Beiwagen f2.54 Nr. 1401 im Betriebshof Einsteinstrasse
Beiwagen f1.54, Nr. 1347 am 20.08.1965; Foto:© H. Braun, Gommersdorf (Baden)
Die 1944 darauf aufgebauten h1.54 Beiwagen sind baugleich mit den f-Beiwagen. In den 50er Jahren wurden sie wie die E-Wagen modernisiert, u.a. erhielten sie Schienenbremsen, Sicherheitsglasfenster und Einheitsfahrerstände mit verstellbaren Fahrersitzen (ab 1956). Zusätzlich wurden bis 1955 die beliebten Quersitze durch Längsbänke ersetzt.
Die Triebwagen Nr. 630, 632, 636 wurden 1947/48 mit dreiachsigen Fahrgestellen ausgestattet und zu L-Triebwagen Nr. 748 (762), 749 (763), 761 (Nr. 761 1949 für etwa vier Monate Beiwagen). 1953 wurden sie wieder zu F-Wagen zurückgebaut.
Der Typ F verkehrte als Zwei- oder Dreiwagenzug mit Beiwagen der Serien c, e, f, g, h und l. Bis zum Inkrafttreten des Münchner Verkehrsverbunds am 28. Mai 1972 blieben die F-Wagen im Linieneinsatz. Einen denkwürdigen Einsatz hatte der Zug 642/1401 am 22.11.1975 beim Abschied der traditionellen Linie 8.


Triebwagen F1.8 (bis 1958 F1.9) Triebwagen F2.10
Nummer 626 627-666
Fahrzeugart
Vierachsige Tw mit Maximum-Drehgestellen
Anzahl 1 40
Baujahr 1929 1929/30
Motoren/Leistung 2x40 kW (55 PS), 2x44 kW (60 PS) (bis ca. 1945), 2x71 PS (bis ca. 1958) 2x40 kW (55 PS)
Länge
10,60 m
Hersteller Hawa, Hannover Autokasten, München
Elektrische Ausstattung BW, SSW1) (bis ca. 1945), AEG2) (bis ca. 1958) Bergmann Elektrizitäts-Werke, Berlin (BW)
Fahrgestell MAN3) Hawa, Hannover
Kapazität
26 Sitz- und 27 Stehplätze, ab 1939 24/48, ab ca. 1955 28/46
Ausmusterung 1971 1971/72
Bemerkungen ab ca. 1945 Motoren aus D5.5 und ab ca. 1958 aus F2.10; 1958 umgebaut zu F1.8 mit Fahrgestell aus E-Tw. 17 Wagen Kriegsverlust, wobei 8 Fahrgest. mit Motoren u. 4 Rahmen zum Bau von K2.10-Wagen, 12 Fahrgestelle u. 6 Rahmen für K2.10, 18 Motoren für K1.8 und 2 Motoren für F1.8 verwendet wurden; Nr. 630, 632, 636 1947/48-1953 L-Triebwagen Nr. 748 (762), 749 (763), 761; Ausmusterung nach Unfall: 1965 Nr. 661, 1966 Nr. 630, 1969 Nr. 652, 1970 Nr. 654; Nr. 548 Ausmusterung nach Unfall 1965; Nr. 642 im Verkehrszentrum des Deutschen Museums erhalten

1) Siemens-Schuckert-Werke Berlin 2) Allgemeine Elektricitätsgesellschaft, AEG-Telefunken, Berlin  3)Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG, Nürnberg
Beiwagen f1.54 Beiwagen f2.54 Beiwagen h2.54
Nummer 1336-1375 1376-1435 1474-1493
Fahrzeugart
Zweiachsige Bw
Anzahl 40 60 20
Baujahr 1929 1929/30 1944
Länge
9,16 m
Hersteller Hawa, Hannover
Rathgeber, München
Elektrische Ausstattung
Bergmann Elektrizitäts-Werke, Berlin
Fahrgestell Hawa (Hannover) Rathgeber, München Hawa und Rathgeber
Kapazität
20 Sitz- und 31 Stehplätze (ab 1941 12/74, ab ca. 1950 16/66)
22 Sitz- und 56 Stehplätze
Ausmusterung
1971/72
1968
Bemerkungen 16 Wagen Kriegsverlust, wobei Fahrgest. u. Rahmen zum Bau von h1.54-Bw und l1.54-Bw verwendet wurden; Nr. 1351 erhalten 22 Wagen Kriegsverlust, wobei Fahrgest. u. Rahmen zum Bau von h1.54-Bw und l1.54-Bw verwendet wurden; Nr. 1397 (nicht erhalten) und 1433 1973 an Museum Hannover verk. (noch vorhanden!), Nr. 1401 erhalten Wiederaufbau auf zerstörten f1.54 und f2.54-Fahrgestellen und Rahmen; Nr. 1477 und 1485 Kriegsverlust, wobei Fahrgestelle und Rahmen zum Bau von l1.54-Bw verwendet wurden


Update 15.02.2009