E-Triebwagen und e-Beiwagen

Triebwagen E1.8, E2.8, E3.8 
(Zeichnung:  Richard Feichtenschlager)
Triebwagen E1.8, E2.8, E3.8 (Zeichnung: © Richard Feichtenschlager)
Nach den Krisenjahren während und nach dem Ersten Weltkrieg konnten keine neuen Fahrzeuge erworben werden. Um den entstandenen Bedarf zu decken, erwarben die Verkehrsbetriebe 1925/26 100 Triebwagen und zwischen 1925 und 1927 200 dazugehörige Beiwagen. Dadurch konnten die veralteten Pferde- und Dampfbahnbeiwagen ausgemustert werden. Die Wagen waren länger als die Vorgängertypen und neu war auch, dass die Plattformen durch Schiebetüren abgetrennt waren.

Das Laternendach wurde zu den Wagenenden hin heruntergezogen (sog. Schleppdach, wodurch die Fahrzeuge elegant aussahen. Von Anfang an waren zudem Liniennummerkästen vorhanden. Im Fahrgastraum wurden hölzerne Längsbänke abgebracht. Mit zwei 60-PS-Motoren waren die E-Wagen stark motorisiert. Zum ersten mal waren außerbayerische Waggonhersteller mit einem Großteil der Lieferung beauftragt worden.
e5.49-Beiwagen Nr. 1334 am Mariannenplatz (27.10.2001), Korso 125 Jahre Trambahn,
 Foto: Richard Feichtenschlager
e5.49-Beiwagen Nr. 1334 am Mariannenplatz (27.10.2001)

01.06.1996 e5.49-Bw. Nr. 1334 innen (Zirkus-Krone-Strasse),  Foto: Richard Feichtenschlager In der Öffentlichkeit wurden die neuen Fahrzeuge kritisiert. Die Längsbänke waren sehr unbeliebten und die Schiebetüren erschwerten ein Auf- und Abspringen während der Fahrt. In den Türschlössern klemmten sich häufig Fahrgäste die Finger ein. Die neuen Farben grau und blau wurde von den Bürgern als düster empfunden. Außerdem kritisierte man den Bau vieler Wagen durch Nord- und Ostdeutsche Firmen.

Ab 1929 wurden leichtere Schiebetüren eingebaut und die fingergefährdenden Türschlösser nach innen verlegt und der klassische weiß-blaue Anstrich angebracht. 1938 erhielten die Beiwagen elektrische Heizungen. Ab 1943 wurden alle Wagen als Einrichtungsfahrzeuge umgerüstet. Durch den Bombenkrieg gingen viele Wagen verloren.

Auf den Rahmen und Fahrgestellen wurden von 1943-46 G/g- und K/k-Wagen aufgebaut. In den Jahren 1953-58 wurden Fenster mit Sicherheitsglas und Metallrahmen mit Gummiprofil eingebaut. Außerdem erhielten die E-Wagen neue Einheitsfahrerstände mit verstellbarem Fahrersitz. Die Türen zwischen Innenraum und Plattformen wurden 1958 ausgebaut. Erst 1969 wurden die letzten Wagen ausgesondert.
e5.49-Bw. Nr. 1334 innen (01.06.1996)


Triebwagen E2.8 Triebwagen E1.8 Triebwagen E3.8
Nummer 526-585 586-605 606-625
Fahrzeugart
Vierachsige Tw mit Maximum-Drehgestellen
Anzahl 60 20 20
Baujahr 1925/26 1925 1926
Motoren/Leistung
2x44 kW (60 PS)
Länge
10,60 m
Hersteller Linke-Hofmann-Lauchhammer, Breslau MAN1) Schöndorff, Düsseldorf
Elektrische Ausstattung
Siemens-Schuckert-Werke, Berlin
Fahrgestell Linke-Hofmann-Lauchhammer, Breslau MAN1) Schöndorff, Düsseldorf
Kapazität
28 Sitz- und 27 Stehplätze, ab 1939 28/48
Ausmusterung 1964/65, 1968/69 1963/64, 1968 1964, 1968/69
Bemerkungen 28 Wagen Kriegsverlust, wobei Fahrgest. u. Rahmen zum Bau von G1.8- und K1.8-Wagen, 2 Fahrgestelle für F1.9 verwendet wurden; Nr. 569 Ausmusterung nach Unfall 1964; Nr. 548 Ausmusterung nach Unfall 1965; 1969 Nr. 532 1969 Privat Geretsried, später Industriegebiet Wolfratshausen, 2001 Privatbesitz für FMTM; Nr. 539 1969 an Privat verkauft, 1982 zurück an Stadtwerke München, seit 2005 Museum 5 Wagen Kriegsverlust, wobei Fahrgest. u. Rahmen zum Bau von G1.8- und K1.8-Wagen, 2 Fahrgestelle für F1.9 verwendet wurden; 1963 Nr. 586, 587 Umbau zu Arb.-Tw 74, 75 6 Wagen Kriegsverlust, wobei Fahrgest. u. Rahmen zum Bau von G1.8- und K1.8-Wagen, 2 Fahrgestelle für F1.9 verwendet wurden; Nr. 624 1969 an Privat verkauft, 1982 zurück an Stadtwerke, Museumswagen

1) Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG, Nürnberg  

Beiwagen e1.48 Beiwagen e2.48 Beiwagen e3.48 Beiwagen e4.49 Beiwagen e5.49
Nummer 1136-1205 1206-1255 1256-1295 1296-1325 1326-1335
Fahrzeugart
Zweiachsige geschlossene Beiwagen
Anzahl 70 50 40 30 10
Baujahr
1925
1926
1927
Länge
8,20 m
Hersteller MAN1)
Rathgeber, München
MAN1)
Elektrische Ausstattung
Siemens-Schuckert-Werke, Berlin
Fahrgestell MAN1)
Rathgeber
MAN1)
Kapazität
18 Sitz- und 31 Stehplätze, ab 1939 18/50
Ausmusterung 1964/66
1964/66/68
1963/64/65/66/68 1964/66
Bemerkungen 17 Wagen Kriegs-verlust, wobei Fahrgest. u. Rahmen zum Bau von g1.48- und k1.48-Wagen ver-wendet wurden; 1964 Nr. 1136, 1138, 1140 zu Arb.-Bw 1136, 1138, 1140 11 Wagen Kriegs-verlust, wobei Fahrgest. u. Rahmen zum Bau von g1.48- und k1.48-Wagen ver-wendet wurden 9 Wagen Kriegs-verlust, wobei Fahrgest. u. Rahmen zum Bau von g1.48- und k1.48-Wagen ver-wendet wurden; Nr. 1274 ab 1974 in Feuerwache Aidenbachstr. (Verbleib ?) 9 Wagen Kriegs-verlust, wobei Fahrgest. u. Rahmen zum Bau von g1.49- und k1.49-Wagen ver-wendet wurden; Nr. 1312 Aus-musterung nach Unfall 1965 4 Wagen Kriegs-verlust, wobei Fahrgest. u. Rahmen zum Bau von g1.49-Wagen verwendet wurden; 1966 Nr. 1332-34 zu Arb.Bw 1332-34, Arb.-Bw 3953 ab 1973 wieder Bw 1334 = erhalten


Update 15.02.2009